Wenn ich Bauern besuche, deren Milchvieh permanent im Stall steht, frage ich immer nach dem Grund für die permanente Stallhaltung. Ich bekomme dann oft als Antwort: „Das ist doch so einfach.“

Wenn ich frage, was daran so viel einfacher ist im Vergleich zu einer Kuh, die draußen auf der Weide grast, sind die Antworten oft recht umständlich: „Man sieht die Kühe, weiß, was sie fressen, sie können selbst zum Melkroboter gehen, man kann sie einfach behandeln (Medikamente, Hufe, …), …“

In Belgien werden die Milchviehhalter hauptsächlich nach Fett- und Eiweißprozent bezahlt.

Die Eiweiße lassen wir für die Berechnung kurz außen vor, da dies sowohl für Kühe im Stall als auch für Kühe mit Weidegang gleich ist.

Ich ziehe dann gerne die Zahlen aus dem folgenden Beispiel heran:

  • Holsteiner im Stall, +/- 8500l pro Jahr, Fett% zwischen 4,40 – 4,50 pro 1000g
  • Holsteiner mit Weidegang, +/- 8500l pro Jahr, Fett% zwischen 3,8 – 4,1% pro 1000g

These 1:

Holsteiner im Stall gibt 30kg Milch pro Tag x 4,5% = 1,35kg pro Tag

x 5,70€/kg Fett (Preis Friesland Campina)
7,69€ an Fett/Kuh/Tag
-2,40€ (8kg Kraftfutter/Tag)
5,29€ (Rest)

5,29€ ist noch kein Gewinn. Arbeitszeit, Maschinen, Kosten für den Futtersilo usw. sind hier noch nicht abgezogen.

These 2:

Holsteiner mit Weidegang gibt 30kg Milch pro Tag x 4% Fett = 1,20kg pro Tag

x 5,70€/kg Fett (Preis Friesland Campina)
6,84€ an Fett/Kuh/Tag

Kraftfutter ist bei Weidegang nicht nötig, schon gar nicht mit SB.

These 2 – These 1 = 1,55€ x 100 Kühe (angenommen, Sie melken jeden Tag 100 Kühe) x 365 Tage im Jahr 56.575€

In diesem Fall gehen dem Betrieb jedes Jahr unnötig 56.000€ verloren. Passen Sie die Zahlen einfach an Ihren eigenen Betrieb an. Eine Kuh im Stall ist doch so einfach??

Die Schlussfolgerung lautet, dass die scheinbare ‚Einfachheit‘ der permanenten Stallhaltung von Milchvieh eine teure Wahl ist. Der berechnete finanzielle Verlust von Tausenden von Euro pro Jahr veranschaulicht, dass Weidegang eine wirtschaftlich überlegene Option ist, trotz des niedrigeren Fettgehalts in der Milch. Dies fordert Landwirte heraus, ihre eigenen Annahmen und Zahlen zu überdenken und einen Wechsel zum Weidegang in Betracht zu ziehen!

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